Mittwoch, 30. Juni 2010

..wie Speedy Gonzales.

51 - noch 51 mal schlafen & ich werde mich für ein Jahr von feinstem Rindfleisch & temperamentvollsten Charaktereigenschaften Argentiniens ernähren - die Zeit vergeht schnell, fast zu schnell...

...momentan befinde ich mich in einem Stadium des Mischsalates. An Tagen wie heute, würde ich mich am liebsten mit Händen und Füssen wehren in das Flugzeug einzusteigen & mich für ein Jahr von allen & allem zu verabschieden. Doch wiederum an anderen Tagen bekomme ich buchstäblich eine Herzkollaps, sehe ich annähernd nur eine argentinische Flagge oder höre ich nur schon ein spanisches Wort. Spanisch - mein Stichwort. "Yo no hablo español muy bien pero yo entiendo un poco." - soll so viel heissen wie, ich kann nicht so gut Spanisch reden, aber ich verstehe ein bisschen. Den Grundwortschatz habe ich langsam intus. Wichtigste Wörter wie, "ich verstehe nicht" & "Könntest du das bitte wiederholen" haben sich in mein Hirn eingemeiselt. Und wie kann es auch anders sein! Ich kann sogar schon auf Spanisch fluchen - was beim erlernen einer Fremdsprache allmählich normal ist..


Alles in allem geht es gut voran. Den Papierkrieg bewältige ich mit meinen Soldaten mit Bravur & im Unterschreiben glänze ich nahezu wie ein Topf voll Weihnachtschmuck.

Heute habe ich sogar den Namen meiner Schule erhalten & die 2. Familie, die mich dann für eine Zeit am Hals hat... Die Schule - in der Schweiz sind wir mit unseren "härzigen" Betonklötzen ziemlich verwöhnt, denn meine Schule sieht auf Fotos aus wie ein überdimensional grosser Monopoly-Würfel, der 1000 von Schülergehirnen zu glühen bringt. Doch was man auf Fotos sieht, sieht in echt oftmals ziemlich besser aus (ich hoffe sehr!). Schüleruniformen sind in ganz Argentinien Pflicht - demnach werde ich singend durch Argentiniens Strassen hüpfen, mit 2 Zöpfchen im Haar & einer Schleife um den Kopf - juhuu, welch Euphorie.

Auch die Abflugszeit habe ich bereits erhalten - Freitag gegen 20:00 Uhr sitze ich in der AirFrance & winke mit einem Croissant & einem Thé Crème meiner Familie zu & begebe mich nach Paris. Von Paris aus geht es nach Buenos Aires & von dort aus nach Neuquen, wo übrigens auch meine Schule ist.

Falls jemand noch ein paar Pins der Schweiz besitzt & dieses nicht mehr braucht, ich stelle mich gerne als Abfalleimer zur Verfügung & nehme sie mit einem Lächeln entgegen. :-)

bis dahin halte ich euch noch auf dem Laufenden..

Samstag, 15. Mai 2010

20. August - Adieu Schwiiz, holà Argentina

Nach einem langen Tag in Olten habe ich endlich mein Abreisedatum erhalten. Während die Einen im OpenAir Gampel ihre Festerlaune aufrecht behalten, werde ich heulend aber auch glücklich in den Flieger steigen & mich von meinem Schweizer Leben für ein Jahr verabschieden. Auf mein Austauschjahr freue ich mich tierisch - ich könnte Wort wörtlich losbrüllen wie ein Affe vor Freude - hingegen aber auch losheulen wie ein Schosshund.
Aber bis dahin verbleiben noch etwas mehr als drei Monate & kann euch demnach noch in vollen Zügen geniesse. :-)

Montag, 10. Mai 2010

Der Schneegott ist auf meiner Seite!

In Geschichte gedeihen unsere Hirnzellen nicht nur wegen historischen Ereignissen zu wundertollen Blumen, man kann sich auch die Zeit nehmen um im Internet zu surfen & sich schlau zu machen, wo man den es in Argentinien eigendlich genau hin geht.
Meine Gastfamilie hat mir mitgeteilt, dass ihre Ortschaft in der Nähe von Bariloche ist. Bari was? - Bariloche. Eine grosse Touristenstadt am Fusse der Anden & an der Grenze von Chile, betupft mit einer traumhaft schönen Skilandschaft -

Cerro Catedral

















Einer Comic-Figur ähnlich flogen mir die Augen regelrecht aus dem Kopf & ich konnte keinen einzigen Gedanken in meinem Gehirnchaos mehr einfangen. Ich war ausser mir vor Freude & machte mich schlauer & schlauer über dieses Wunderstädtchen. Die einzige offene Frage die sich mir noch in den Weg stellt ist, was versteht eine argentinier Familie unter "in der Nähe von uns"? - ich hoffe nicht allzu weit :-)


http://de.wikipedia.org/wiki/Bariloche

Dienstag, 20. April 2010

Es rückt..

Stück für Stück schleiche ich mich an den Abflug ran. Heute habe ich von meiner zukünftigen Gastfamilie ein E-mail erhalten:

Hello Vivienne !

How are you ?
We are so glad to welcome you at home !
We are Beltrame family. My name is Silvina, my hasband's name is Vito. Our children are, Noelia (17 years old), Iván (16 years old) and Natalia (12 years old).
We live in a small city called Cinco Saltos (about 35.000 inhabitants). It's situated in the north-Patagonia Argentina.
I wish I will hear from you soon
Welcome home !!!
a big hug!!!!

Silvina


..sie machen einen sehr symphatischen Eindruck & auch schon ein paar Fotos wurden mir von ihnen zugesandt.
Das Städtchen Cinco Saltos liegt wie gesagt im Norden von Patagonien in Argentinien. Das Klima ist ca. so wie bei uns, ausser, dass es im Sommer ein gutes Stück wärmer ist :). Mein zukünftiger Unterschlupf befindet sich an einem kleinen See mit Garten. Momentan ist dieser aber noch in Renovation & wartet auf mich, bis ich meine Kunst des "Chaosmachens" bei ihnen vollbringe.
Die Kinder wie auch die Eltern müssen recht unernehmungslustig sein. Nachmittags gehen sie oft Wassersurfen, was mich schon mal reizen würde, das auszuprobieren :)

buuuf, bin schon total wibbelig auf das nächste E-mail von ihnen.
halte euch auf dem Laufenden..

Dort irgendwo befindet sich Circo Saltos:

Dienstag, 23. März 2010

E N D L I C H .

I would to say to you welcome and congratulations yours exchange applications forms have been accepted.


Einzig & allein diese 16 Wörter ermöglichten es meinem Herz das doppelte fest zu schlagen.

Diesen Sommer heisst es für mich: "Adios Sviza - Holà Argentinia".

Herr Ramiro Cuestas vom Rotary Distrikt 4930 (Argentina-Patagonia) benachrichtigte mich gestern Abend per E-mail, dass ich ihr Land für ein Jahr als Mein benennen kann & ihre Kultur persönlich mit Meiner vermischen kann. Ich kann es gar nicht fassen - noch 17 Stunden nach Erhalt dieser erfreudigen Nachricht bin ich ganz wibbelig & kann mich vor barem Elan & Energie nicht eine Sekunde auf dem Stuhl still halten ( was auch ohne einer Nachricht dieser Art sehr schwer für mich ist :-)).
Nun heisst es wiederum Abwarten. Den die nächste Zeit bekomme ich Bescheid, wo genau es hingeht. Das einzige, dass ich weiss ist, dass ich in den Süden von Argentinien komme. Insgeheim hoffe ich, dass ich in die nähe der Anden komme... :-)

Donnerstag, 19. November 2009

.ab die Post...

Das Formular & meine Entscheidungen sind auf direktem Weg nacht Dottikon. Mit Briefmarke verpackt plant dieser kleine Brief nun einen kleinen aber wichtigen Teil in meinem Leben. Ich muss zugeben, mein Herz schlug ein paar Schläge höher als ich das Couvert ableckte :-)

Meine Entscheidungen waren,
1. Wahl: Argentinien
2. Wahl: Australien
3. Wahl: Kanada

Das Prinzip geht folgender Massen: In jedem Land gibt es nur einige Plätze, in einem mehr & im Anderen weniger. Sie werden mich in einem Land einteilen & dort werde ich dann für ein Jahr verweilen. 2011 kommt dann ein Student als Gegenleistung von diesem Land zu uns in die Schweiz.

Voilà - & nun heisst es abwarten & Sirup trinken. Denn ich werde erst ca. im März erfahren wo ich hingehe!

Sonntag, 15. November 2009

womit alles begann..

Begonnen hat alles im Mai 2009. Ich hatte keine Lust mehr auf die Schule, da die Abschlussprüfungen vor der Tür standen & ich Lust auf etwas Neues hatte. Ich brauchte eine Herausforderung.
Ein Austauschjahr passte in diesem Moment genau in mein Konzept, da ich so neue Kulturen kennen lerne & eine Sprache verfeinern kann. Die Idee behielt ich anfangs für mich, da ich damit noch niemanden überrümpeln wollte. Ich packte Blatt & Schreiber & schrieb positive wie auch negative Aspekte die für ein Austauschjahr sprechen. Der Entschluss stand fest, solch eine Erfahrung kann ich in meinen jungen Jahren selten mehr sammeln. Das erste Opfer - meine Mutter. Ich zeigte ihr meine Liste und erzählte ihr mein Vorhaben. Die Reaktion - Tränen!
Sie sagte, dass ich mit Rotary gehen soll, da sie selber in diesem Club vertreten ist. Nun war die Anmeldung dran, ich bekam ein Blatt nach Hause geschickt wo ich mich angfangs kurz&bündig anmeldete & begründen musste, warum ich dieses Austauschjahr machen wollte. Ich führte dann Mitte August ein kurzes Vorstellungsgespräch mit Herrn Weissen & Herrn Lehner.
Meine erste Wahl für ein Austauschjahr war Amerika. Wie Jeder träumte auch ich davon in New York auf dem Big Apple herum zu flanieren & meine Shopping-Säcke durch Amerika zu tragen. Ein Ersatzkoffer zu kaufen wäre daher ein Muss :-)! Beinflusst wurde ich auch von den zahlreichen Filmen in denen man diverse Highschools sah. Ich war fasziniert.
Mitte September bekam ich einen Brief nach Hause geschickt & darin stand, dass ich nun die Fromulare ausfüllen soll. Schrecklich - ein ca. 20 seitiges Formular, vollgespickt mit tausenden Sachen die sie über dich wissen wollen. Dazu kam noch, dass ich einen Motivationsbrief à 3 Seiten schreiben musste. Auch Dokter und Zahnarzt-Besuche waren mit von der Partie... Das schönste war einfach, dass alles, aber wirklich alles auf Englisch ausgefüllt werden musste. Alle Dokumente wurden abgeschickt & alles verging nach Plan bis mir Frau Zeller eine E-mail geschickt hat & mir berichtet hat, dass ich meine ganzen Formulare 4 mal verschicken muss. Toll! So musste ich noch einmal alles ausfüllen & die ganze Prozedur von Anfang an beginnen. Glücklicherweise habe ich alles gespeichert & musste nur noch alle Unterschriften erneut holen gehen!
Irgendwann September habe ich dann eine Einladung zum 1. Treffen der Austauschschüler bekommen. Diese fand am 15. November in Olten statt. Wir traffen uns alle in einem grossen Kongresssaal & mussten am Rand stehen. Zufälligerweise traf ich dort auch einen Freund eines Freundes, Holzii :)Nach einer kleinen Information wurden wir in einen anderen Raum verfrachtet der effektiv farbig geschmückt war. Es waren ca. 20 Länder vertreten mit Leuten die von dort stammen oder dort ein Austauschjahr verbracht haben. Man konnte somit jedes Land besuchen gehen & sich dort über verschiedene Sachen informieren. Ziel dieses Anlasses war, dass nicht alle nach Amerika gehen wollen sondern sich vielleicht auch für ein anderes Land intressieren werden. Auch ich wurde beeinflusst & habe mich radikal mit meiner Meinung umgeändert. Mein Wunsch ist es, nächstes Jahr anstatt Englisch, Spanisch zu lernen. Warum? Ganz einfach. Mit den anderen Austauschschülern werde ich automatisch auch Englisch reden & Spanisch werde ich dann in meinem Austauschdorf oder Stadt lernen. Meine Entscheidung ist noch nicht ganz definitiv. Aber ich tendiere zu Argentinien, Kolumbien oder Ecuador.
Meinen Entscheid erfahr ihr das nächste Mal.